Zwischen Spätzle und Pakora - Eine Fluchtgeschichte


Zwischen Spätzle und Pakora
Was treibt jemanden dazu an, seine Heimat, seine Familie und Freunde zu verlassen und sich aufzumachen in eine ferne fremde Welt? Welche Ängste, Sorgen, Hoffnungen und Wünsche treiben Flüchtlinge um?
Wir wollen Flüchtlingen ein Gesicht geben und mit ihnen statt über sie reden, auf dass aus Fremden Freunde werden.
Eine Flüchtlingsgeschichte – zum Lachen aber auch zum Weinen. Auf jeden Fall eine Geschichte, aus der wir alle lernen können, um für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet zu sein.


Eine Fortsetzungsgeschichte

Teil 1: Fluchtgründe




Idris Mahmood wurde in Pakistan geboren und gehört der Glaubensgemeinschaft der Ahmadiyya an. 1974 beendet er sein Studium der Betriebswirtschaft. Innerhalb eines Jahres war gezwungen 11 x die Firma zu wechseln, denn sobald herauskam, dass er Ahmadi ist, wurde er entlassen. Da ihm so der Zugang zum normalen Arbeitsmarkt verwehrt wurde, versuchte er es mit einem eigenen Geschäft, das er allerdings recht bald auch wieder aufgeben musste.

1980 heiratete er und eröffnete einen Laden, den er aufgrund der großen Konkurrenz bald wieder aufgeben musste. Als Idris einen neuen Pass beantragen musste, kam es zu dem glücklichen Umstand, dass in seinen Dokumenten „Muslim" stand, obwohl ihm das von Seiten der Regierung als Ahmadi nicht zugestanden hätte. Aufgrund dieser Fügung fand er Arbeit in Dubai als Manger in einer Möbelfabrik. Fünf Jahre lang blieb er in Dubai, während seine Familie in Pakistan blieb und ihn nur zu Besuch sah. Dann brach der Krieg zwischen Kuwait und dem Irak aus. Die verschärften Passkontrollen, die ständige Furcht, dass der irrtümliche Eintrag „Muslim" aufgedeckt wird, das ständige Abschied nehmen von der Familie, der damit verbundene Schmerz und die Tränen belastete ihn und die gesamte Familie bis auf das Äußerste. Sechzehn Jahre lang hoffte er, dass in Pakistan Ruhe einkehren würde und die Ahmadiyyas ihren Glauben friedlich und frei ausüben könnten. Doch dies blieb eine unerfüllte Hoffnung. Er musste miterleben, wie Freunde und Bekannte umgebracht wurden, oder deren Geschäfte niedergebrannt wurden. So entschied er sich im September 1990 schweren Herzens Pakistan – seine Heimat und seine Familie zu verlassen.
Fortsetzung folgt...

©Treffpunkt Rötenberg




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